Auch in diesem Jahr haben vier Kolleg*innen von Jonathan Soziale Arbeit den Ganztagsschulkongress des Ganztagsschulverbands besucht – diesmal in Frankfurt am Main. Der Kongress bot wieder eine hervorragende Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen im Ganztag auszutauschen, Best-Practice-Beispiele zu erleben und neue Ideen für die eigene Praxis mitzunehmen. Für unser Team standen neben spannenden Workshops vor allem Schulbesuche und Vernetzung im Mittelpunkt.
Der Besuch des Kongresses ist für uns mehr als eine klassische Fortbildung: Er ist eine Chance, die pädagogische Arbeit in unseren Ganztagsschulen zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Gerade im Hinblick auf den kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 gewinnen die dort gewonnenen Impulse an besonderer Relevanz. Ab diesem Zeitpunkt haben zunächst Erstklässler*innen und dann zunehmend alle Grundschulkinder in Deutschland Anspruch auf Ganztagsbetreuung – eine große Chance, Bildung noch chancengerechter und umfassender zu gestalten.
Rechtsanspruch auf Ganztag – eine Chance für Kinder und Schulen
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bringt viele Möglichkeiten für Kinder, Eltern und Schulen mit sich. Pädagogisch bedeutet er, dass Kinder mehr Zeit für schulische Förderung, kreative Projekte, soziales Lernen und Bewegung erhalten. Ganztagsangebote schaffen Räume, in denen Kinder ihre Stärken entdecken, Interessen entwickeln und Selbstwirksamkeit erleben können. Gleichzeitig stellt der Rechtsanspruch Schulen und Träger vor neue Herausforderungen: Ressourcen müssen geplant, Personal aufgebaut und Räume gestaltet werden, damit der Ganztag qualitativ hochwertig angeboten werden kann.
Der Kongress zeigte, wie andere Einrichtungen diese Herausforderungen angehen. Von innovativen Tagesstrukturen über digitale Lernangebote bis hin zu inklusiven Konzepten: die Vielfalt der Möglichkeiten, Ganztag lebendig und wirksam zu gestalten, war beeindruckend.
Für uns ist klar: Die Vorbereitung auf den Rechtsanspruch bedeutet nicht nur organisatorische Planung, sondern vor allem den Fokus legen auf pädagogische Qualität in allen Bereichen des Ganztags.
Impulse vom Ganztagsschulkongress
Die Teilnahme am Kongress bot vielfältige Anregungen für unsere Arbeit:
- Workshops zu aktuellen Themen und praxisnahen Methoden und Konzepten, die sich in die OGTS-Arbeit übertragen lassen.
- Schulbesuche, in denen bewährte Tages- und Beteiligungsstrukturen kennengelernt werden konnten.
- Vernetzung mit Kolleg*innen aus ganz Deutschland – ein Gewinn für alle Beteiligten, der den Horizont erweitert und neue Perspektiven für die eigene Arbeit eröffnet.
Die Rückkehr aus Frankfurt war geprägt von vielen neuen Ideen, frischer Motivation und jeder Menge Anregungen, wie der Ganztag bei uns weiterentwickelt werden kann.
Pädagogische Perspektiven für die OGTS
Ganztag ist mehr als eine reine Betreuungszeit. Pädagogisch eröffnen sich hier vielfältige Chancen, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen:
- Individuelles Lernen: Durch längere Tageszeiten können Kinder in ihren Stärken gefördert werden. Projekte, Freiarbeit und Lernzeiten ermöglichen es, Interessen zu vertiefen und Kompetenzen zu entwickeln.
- Beziehungsarbeit: Längere gemeinsame Zeiten mit den Betreuungskräften schaffen die Basis für Vertrauen und stabile Beziehungen, die für Lern- und Entwicklungsprozesse entscheidend sind.
- Soziales Lernen: In Gruppenangeboten lernen Kinder Kooperation, Konfliktlösung und Empathie. Gemeinsame Projekte und Freizeitaktivitäten fördern den Zusammenhalt und die Kommunikationsfähigkeit.
- Kulturelle und kreative Bildung: Angebote wie Kunst, Musik, Theater oder Museumsbesuche eröffnen Kindern neue Perspektiven, erweitern ihren Horizont und schaffen spannende Erfahrungsräume außerhalb des klassischen Unterrichts.
- Chancengleichheit: Ganztag ermöglicht allen Kindern – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund – den Zugang zu Bildungs- und Förderangeboten, die ihre individuelle Entwicklung unterstützen.
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Ganztag unterstützt Eltern bei der Bewältigung komplexer Herausforderungen.
Die Kombination aus Erlebnis, Lernen und Beziehungspflege macht den Ganztag zu einem pädagogisch wertvollen Raum, der über reine Betreuung hinausgeht.
Unsere nächsten Schritte
Die beim Kongress gewonnenen Impulse nehmen wir mit in unsere Arbeit. Mit Blick auf den Rechtsanspruch 2026 gilt es, die Strukturen vorzubereiten, Fachkräfte zu stärken und Räume so zu gestalten, dass sie allen Kindern gerecht werden. Unsere Teilnahme am Kongress hat gezeigt: Mit Engagement, Kreativität und Vernetzung lässt sich der Ganztag erfolgreich weiterentwickeln.