Fachliche Mitgestaltung: Startklar Niederbayern in Arbeitskreisen der Region

Wir mischen uns ein – nicht nur im direkten Arbeitsalltag, sondern auch darüber hinaus. Ein wichtiger Baustein dieses Engagements ist die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitskreisen. Hier bringen sich Mitarbeitende über die Grenzen ihres unmittelbaren Arbeitskontexts hinaus ein, tauschen sich fachlich aus und arbeiten gemeinsam an Lösungen für aktuelle Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe.

Stellvertretend für viele andere geben drei Kolleg*innen Einblick in ihre Mitwirkung in ausgewählten Arbeitskreisen in Niederbayern.

Arbeitskreis Kinder und Jugendliche in Landshut

Wer trifft sich: Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Landshut und Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen.

Ziel der Arbeitsgruppe:
In regelmäßigen Treffen tauschen wir Fachwissen aus, identifizieren Lücken im Hilfesystem und suchen gemeinsam nach Lösungen. Ziel ist es, Schnittstellen sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit effizienter zu gestalten. Auch aktuelle Themen wie der Anstieg des Drogenkonsums oder strukturelle Veränderungen in der Kinder- und Jugendhilfe besprechen wir dort.

Warum ist dieses Engagement für mich wichtig?
Für mich ist der Arbeitskreis besonders wertvoll, weil ich hier unsere Netzwerkpartner*innen aus Stadt und Landkreis treffe und einen verlässlichen Austausch habe. Das erleichtert die Zusammenarbeit im Alltag, da ich weiß, an wen ich mich im Bedarfsfall direkt wenden kann. Zudem bietet der Arbeitskreis eine wertvolle Möglichkeit zur Fallberatung, bei der wir vom „Schwarmwissen“ der Beteiligten profitieren und Lösungen für komplexe Herausforderungen entwickeln.

Franziska Degner, Bereichsleitung Interregio, Startklar Soziale Arbeit Niederbayern

Arbeitskreis Kinder psychisch kranker Eltern

Wer trifft sich: Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Erzieher*innen aus Kindertagesstätten sowie Vertreter*innen der Jugendämter.

Ziel der Arbeitsgruppe:
Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, die in ihrer täglichen Arbeit mit dem Thema „psychische Erkrankungen“ zu tun haben, vernetzen sich. Dabei bündeln wir Fachwissen, erkunden und entwickeln Angebote, um psychisch kranke Eltern und ihren Kindern besser unterstützen zu können. Zudem ist es uns wichtig, das Thema psychischer Erkrankungen öffentlich zu thematisieren und zu normalisieren, um so Stigmatisierung entgegen zu wirken.

Ein Beispiel für das Engagement des Arbeitskreises: Im Rahmen der Landshuter Aktionstage „50 Jahre Psychiatrie-Enquête“ organisierten wir das Theaterstück „All das Schöne“. Das Stück schildert die Geschichte eines heute erwachsenen Menschen, der in einer Familie mit einer schwer depressiven Mutter aufwuchs. Schauspieler Philipp Moschitz vermittelte eindrucksvoll die emotionalen Spannungsfelder dieser Lebensrealität. Das Stück nähert sich dem ernsten Thema auf eine berührende, zugleich humorvolle Weise. Im Anschluss entstand ein intensiver Austausch über die Herausforderungen psychisch erkrankter Eltern und ihrer Kinder.

Warum ist dieses Engagement für mich wichtig?
Der Arbeitskreis bietet uns eine Plattform für fachlichen Austausch und Vernetzung über verschiedenste Professionen hinweg. Gleichzeitig trägt er dazu bei, bedarfsangepasste Unterstützungsangebote zu schaffen und mehr Verständnis sowie Akzeptanz für psychische Erkrankungen zu fördern.

Tobias Weichelt, Flexible Hilfen, Startklar Soziale Arbeit Niederbayern

Arbeitsgemeinschaft Kindeswohl

Wer trifft sich: Fachkräfte aus Medizin, Kinder- und Jugendhilfe, Sozial- und Rechtswissenschaft sowie Hilfsorganisationen, die sich im Großraum Landshut dem Thema Kinderschutz widmen.

Ziel der Arbeitsgruppe:
Wir verfolgen das Ziel, frühzeitig auf mögliche Gefährdungen des Kindeswohls zu reagieren, präventive Maßnahmen zu ergreifen und im Bedarfsfall adäquate Unterstützung bereitzustellen. Der interdisziplinäre Austausch steht dabei im Vordergrund, um ein starkes Hilfesystem zu sichern. Gleichzeitig lenken wir Aufmerksamkeit auf das Thema Gewalt und Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen– sowohl im fachlichen Umfeld als auch in der Öffentlichkeit.

Warum ist dieses Engagement für mich wichtig?
Für mich bedeutet die Arbeitsgemeinschaft einen direkten Austausch auf kurzem Weg und ein optimales Netzwerken. Mitgebrachte Fragen werden sofort beantwortet, da die Expertise der Teilnehmenden sehr hoch ist – besonders im Bereich der Kleinkinder und Kinder. Das bietet mir eine wertvolle Unterstützung und große Bereicherung.

Marion Stöckl, Bereichsleitung Stationäre Hilfen (Kinder), Startklar Soziale Arbeit Niederbayern

Fazit: Ein Engagement, das zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und Familien in Niederbayern beiträgt

Durch unser Engagement in Arbeitskreisen bringen wir uns aktiv in die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in der Region Niederbayern ein. Wir vertreten die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien – auch über unseren unmittelbaren Arbeitskontext hinaus – in der Öffentlichkeit und gegenüber den Behörden. Wir stärken fachliche Vernetzung und entwickeln Unterstützungsstrukturen weiter. So tragen wir dazu bei, dass die Bedürfnisse von jungen Menschen in der Region auch in einem größeren gesellschaftlichen Rahmen berücksichtigt werden.

Carina Marko, Human Resource, Startklar Soziale Arbeit Niederbayern