Mit Machen

Sozialraumorientierung - relational gedacht und gemacht

Weiterentwicklung des Fachkonzeptes
12. November 2021 | 9 Uhr bis 16 Uhr
Veranstaltungsort: Bildungszentraum Rosenheim, Pettenkoferstr. 9., 83022 Rosenheim

INHALT/ZIELE:
In unserer Zeit und Gesellschaft wird der Bedarf nach Gemeinschaft, nach Community immer deutlicher. Die Sozialraumorientierung hat von Anfang an mit dem „Arbeits- prinzip Gemeinwesenarbeit“ versucht, die Einzelfallarbeit für die Stadtteilarbeit zu öffnen und Hilfeleistungen nicht mehr als vereinzelnde, professionelle Kraftakte an Fällen zu konzipieren, sondern auch Nachbarn, Kollegen, Freunde und andere so an den Hilfen zu beteiligen, dass gegenseitige Hilfe und inklusive Wirkungen möglich werden.

Gleichzeitig gab es aber auch den gegenläufigen Trend zur Wirkungsorientierung, der auch die Sozialraumorientierung beeinflusst hat: Ziele definieren und stringent ver- folgen, „vom Willen zum Ziel“ hieß das. Dieser Aspekt hat den verbindenden, gemein- schaftbildenden, community-orientierten Auftrag der Sozialen Arbeit überlagert. Rela- tionale Sozialarbeit versucht zu begründen, warum Verbindungen und Einbindungen ganz unabhängig von dem Erreichen von Veränderungszielen eine große Bedeutung für das Wohlergehen von Menschen haben. Zudem werden entsprechende Methoden ausgearbeitet, die auf das Erkunden und Etablieren von Netzwerken gerichtet sind  und zudem die Person der Sozialarbeiter*innen ganzheitlicher und nicht nur als Ver- änderungstechniker*innen oder Hilfeplanabarbeiter*innen einbeziehen.

Gefragt wird auch, wie Organisationen geführt werden müssen, damit ganzheitliche, gemeinschaftliche Arbeitsweisen möglich werden. Wir gehen vom Fachkonzept der Sozialraumorientierung aus und erkunden, wo man daran an- und umbauen kann, um die Schlagseite der Wirkung mit mehr Relation auszugleichen.

ZUGRUNDE LIEGENDE ÜBERLEGUNGEN

  • Hartmut Rosa: Unverfügbarkeit (2018): Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung (2018)
  • Michael Sandel (2020): Vom Ende des Gemeinwohls: Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt
  • Fukuyama Francis (2020): Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet
  • Charles Taylor (1991): The Ethics of Authenticity
  • Harrison White (2008): Identity and Control: How Social Formations Emerge
  • Frederic Laloux (2015): Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit
  • Frank Früchtel (2019): Relationale Sozialarbeit - Hilfe als kollaboratives Gemeingut
  • Frank Früchtel (2020): Sozialraumorientierung als Relationales Helfen

METHODEN:
• Input
• Methodentraining
• Übungen

REFERENTIN
Prof. Dr. Frank Früchtel,
Sozialarbeiter und Soziologe, Dekan des Fachbereichs Sozial- und Bildungswissenschaften der Fachhochschule Potsdam

Anmeldeinformationen
Teilnehmer/innen:  max. 20
Teilnehmerbeitrag: 120,00 €, (für Mitarbeiter/innen der Startklar-Gruppe frei)
Veranstaltungs-Nr. 2021-01-09


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