Mit Machen

Flüchtlingsfrauen nähen Mundschutzmasken

Teilnehmerinnen im Integrationsprojekt Nähstube in Freilassing stellen Mundschutzmasken für soziale Einrichtungen und Bedürftige her.

Seit vier Jahren gibt es das Integrationsprojekt Nähstube vom Mehrgenerationenhaus in Freilassing. Normalerweise treffen sich dort geflüchtete Frauen einmal wöchentlich, um unter Anleitung von Annette Vermeer und Luci Blaudszun und weiteren Ehrenamtlichen Kleidung für den Eigenbedarf zu nähen.

Nun ist der LADEN Freilassing, wo die Nähstube stattfindet, aufgrund des Corona-Virus geschlossen und die Frauen müssen zu Hause bleiben. Die Projektleiterin Karin Niedermeyer von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern, die auch das Mehrgenerationenhaus in Freilassing leitet, kam jetzt gemeinsam mit den Schneiderinnen auf eine gute Idee. „Wir wollen den Kontakt zu den Frauen auch in dieser Krisenzeit halten und dafür sorgen, dass sie weiter eine Aufgabe haben. Gleichzeitig wollen wir zeigen, wie Integration – dank Sozialer Arbeit und mit Hilfe der Menschen vor Ort – gelingt. Darum haben wir Flüchtlingsfrauen gebeten, mitzuhelfen, Mundschutzmasken zu nähen“, erklärt die Sozialarbeiterin.

Die Frauen waren von der Idee sehr begeistert und nähen nun seit einigen Tagen in Heimarbeit Mundschutzmasken für soziale Einrichtungen und Bedürftige.  „Damit statten wir unsere Kolleginnen und Kollegen in den Flexiblen Hilfen von Startklar Oberbayern aus“, freut sich Karin Niedermeyer. Aber auch andere Einrichtungen und Träger haben bereits Masken bestellt. Der Prototyp für die Masken stammt von den beiden Schneiderinnen der Nähstube, die dazu auch eine Nähanleitung erstellt haben, die über die digitalen Medien an die Näherinnen verschickt wurde. Dazu bekamen die Teilnehmerinnen ein Materialpaket mit hochwertigen Stoffen geliefert, die die Nähstube von vielen Spenderinnen und Spendern bereits im Vorfeld erhalten hatte.

Die Masken bestehen aus Baumwollstoffen und haben ein austauschbares Innenleben. So kann man nach Bedarf immer wieder ein frisches Taschentuch einlegen oder das beigelegte Kissen auskochen. Auch die Maske selbst kann gewaschen oder besser mit heißem Wasser ausgekocht werden. „Natürlich können unsere Masken nicht die kleinen Viren und Bakterien aufhalten“, erklärt Karin Niedermeyer, „aber sie bieten dennoch Schutz, da sie eine Tröpfcheninfektion verhindern können. Darüber hinaus haben sie auch eine psychologische Komponente und man fasst sich nicht mehr so häufig ins Gesicht.“

Die Nachfrage ist auf jeden Fall riesig und weitere Näherinnen werden gesucht. Wer mithelfen will, kann gerne ein Materialpaket bei Karin Niedermeyer (E-Mail. niedermeyer@startklar-soziale-arbeit.de) bestellen und gegen eine kleine Spende abholen. 

Die Nähstube wird gefördert aus Mitteln des bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und der Stadt Freilassing. Träger ist Startklar Soziale Arbeit Oberbayern.

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